Jaja, Multikulti ist tot. DeiGsicht ist auch tot; schau mal, wie du stinkst. Du Fickfresse. Eine Analyse.


So, jetzt ist so langsam auch mal gut mit der Scheiße. Weil der CDU zu Recht die Umfragewerte um die Ohren fliegen, wird zum wiederholten Mal versucht, aus den jahrzehntelangen Fehlern der nichtexistenten Integrationspolitik eine weitere Hetz-, Blut- und Schlammkampagne zu machen. Um davon abzulenken, was für eine hässliche Dreckspolitik dieser Haufen macht. WER HAT EUCH INS HIRN GESCHISSEN? Wolfgang Schäuble sagt noch 2006 (!), dass Deutschland kein Einwanderungsland sei. Und ist damit ganz auf Linie seiner Partei, die sich seit Jahrzehnten einfach weigert, die Realität mal anzuerkennen. 2006, stellt euch das vor. 21. Jahrhundert, ja genau.

Was, Integration? Euch gibt es gar nicht, wieso sollte man da irgendwie etwas regeln? Wir reden nicht darüber, wir bieten jahrzehntelang keine Deutschkurse an, wir erniedrigen und demütigen euch, geben euch keine Rechte, sperren euch in Massenquartiere, bezahlen euch schlecht, verarschen und belügen euch. Und wenn ihr dann, nachdem man euch schön über ein halbes Jahrhundert in der Unterschicht festgeplombt hat, entsprechend schlecht gelaunt seid, dann seid ihr aber offenbar ganz schön integrationsunwillig. Eine sehr umfangreiche Dissertation zum Leben als Migrant in Deutschland bzw. zur Einwanderung in den 50ern und 60ern, zur alltäglichen Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit hier. Lest das mal.

Nach bald 60 Jahren selbst geforderter Einwanderung ist also die CDU/CSU immer noch nicht auf der Höhe der Zeit. Und Merkel brabbelt heute vor der in schales Bier getunkten Speerspitze aller Stöcke in Ärschen aka „Junge Union“, dem offiziellen Aushängeschild und der in obstipative Scheiße gegossenen Sammelbewegung für verwirrte Gartennazis (gern auch mal mit Anleihen an die Geschichte, der AK Hitler), dass „der Multikulti-Ansatz gescheitert“ sei. Welcher Multikultiansatz überhaupt? Der hier? Der Multikultiansatz von Edmund Stoiber, der 1999 bei der „Debatte“ rassistischen Hetzkampagne um die doppelte Staatsbürgerschaft tatsächlich meinte, die Bedrohung Deutschlands durch den Doppelpass sei größer als durch die RAF? Manchmal schleicht sich Verständnis für Morgenthaupläne ganz selbstverständlich in mein Unterbewusstsein. Nach 150 Jahren Einwanderung ins Ruhrgebiet. Dort haben geschätzte 30% polnische Wurzeln, vom 19. Jahrhundert bis 1930 (weshalb wohl wurde gerade dann ein Einwanderungsstopp verlangt?) wurden Hunderttausende ostpreussische, polnische und sonstwelchische Arbeiter angeworben.

Im 18. und 19. Jahrhundert war Deutschland auch vor allem Auswanderungsland, wie momentan, übrigens. Millionen Deutsche wanderten in die USA aus. Oder nach Frankreich. So klingt das übrigens, wenn über deutsche Einwanderer geredet wird, Benjamin Franklin 1773: „Diejenigen, die hierher kommen, sind im Allgemeinen von der ignorantesten, dümmsten Sorte ihrer Nation. Es ist fast unmöglich, ihnen überkommene Vorurteile wieder zu nehmen.“ Und das ist ja noch gemäßigter als das, was Sarrazin vom Spiegeltitel, begleitet von der BILD-Kampagne, millionenfach verkauft, aber natürlich unter Bedrohung seiner Meinungsfreiheit so in die Welt kackt.

Im 17. Jahrhundert wanderten Zehntausende Hugenotten nach „Deutschland“ ein. Aber nein, da hieß es ja noch nicht Deutschland, daher hat die CDU Recht.

Und diese verbohrten, protohirnverfaulten, kühl kalkulierenden Waschbrettköpfe (Holla!) erdreisten sich allen Ernstes immer noch ständig, ihre frechen Lügen in jedes von BILD-Schreibern und RTL-Fachmännern bereitwillig bereitete, bieder nach Pisse stinkende Feld zu plärren. Nicht etwa, weil sie es nicht besser wüssten. Sondern, weil sie wissen, dass man die Lügen nur wiederholen muss, weil sowieso etwas verfängt. Und das tut es. Die Fremdenfeindlichkeit nimmt stark zu. Muss man tatsächlich jeden Tag daran erinnern, wozu solch ein Ton und solche Aussagen führen? Dass es viele Gegenden in Deutschland gibt, in denen mit Freude aufgenommen wird, dass man nun offenbar Muslime (man traut sich eben nur noch nicht, Ausländer oder Neger zu sagen) endgültig als einzigartige Kategorie Mensch ansieht, wenn nicht sogar als Unterkategorie? Dass in Deutschland seit 1990 mindestens 137 Menschen aus rassistischen Gründen umgebracht wurden, dass der Mob angestachelt wird von all dem Hass auf Schwule, Juden, Muslime, Frauen, Ostdeutsche, Bayern usw.? 1991 titelte der Spiegel mit einer Arche in Deutschlandfarben, die völlig überquillt und der äußerst subtilen Schlagzeile:

Vorausgegangen waren jahrelange „Diskussionen“ über die milliardenfache Überrennung von Volksdeutschland durch ungewaschene, kulturlose Filzläuse. Ach nee, man nannte das Asyldebatte. Was dann folgte, muss man sich mal anschauen.

Hinterher gab es natürlich massenhaft Lichterketten. Aber wieso kann man nicht schon vorher einschreiten? Nicht hinterher die Toten beweinen, sondern ganz einfach vorher all den Arschlöchern ins Wort fallen. Widersprechen, sich einmischen, aufstehen. Zivilcourage, meine Froinde.

Wir leben in einem strukturell rassistischen Land. Wer den falschen Namen/die falschen Vorfahren hat, bekommt Probleme bei der Wohnungssuche, ist rechtlich in der Regel schon mal schnell weitaus schlechter gestellt, kann aus der Diskoschlange fliegen, wird weitaus wahrscheinlicher nicht eingestellt, je nach Ort und Situation auch gern mal verprügelt usw. usf. Das war schon mal noch viel schlimmer und leider ist es das in zu vielen Fällen auch noch. Nichtsdestotrotz sollte man nicht wirklich unter den Tisch fallen lassen, dass wir ganz einfach in einem unglaublich vielfältigen, sehr sehr multikulturellen Land leben. Jedes Mal, wenn ich in anderen Ländern bin, fällt mir wieder auf, wie äußerst heterogen und breit gefächert es in Deutschland zugeht. Und auch wenn das von rechts gern herbeifantasiert wird, es gibt neben tatsächlichen Problemen, die hauptsächlich auf oben genannter Unfähigkeit beruhen, auch 80-90% Alltag und Normalität. Ich bin beileibe nicht Mitglied der Unterschicht und doch tummeln sich in meinem Freundeskreis Halbengländer, Araber aller Art, Perser, Katholiken (!), Bayern, Unterfranken und Oberschwaben, Berner Schweizer, Marokkaner, weibliche, bisexuelle Rapfans, Menschen mit dunklerer Hautfarbe als Horst Seehofer, Weiße, Hellweiße, Schwarzweiße, Rosafarbene, Rothaarige, Linkshänder, Frauen über 1,75m, gelockte Blonde und kahl geschorene Antideutsche. Hin und wieder habe ich sogar mit Leuten zu tun, die mal CDU gewählt haben. Die werden jedoch immer weniger. Wie schade, dass sich für all diese tollen Menschen noch kein besserer Begriff eingebürgert hat als die Definition über die Nationalität. Als ich in Brasilien war, hat man mich entgeistert angeschaut, weil ich kein Bier mag. Als Deutscher! Ich bin Halbfranzose, habe beide Pässe und davon eigentlich nur profitiert. Auch Deutschland profitiert von meinem Migrationshintergrund, denn ich kann in unsere jetzige Debatte z. B. einbringen, wie man es nicht machen sollte, wenn man nicht wie Frankreich enden will: Genau so, wie es die CDU jetzt macht. Jusqu´ici, tout va bien.

Ich habe kürzlich mit einer Bekannten mit Migrationshintergrund, die „bei dem Wort Multikulti kotzen“ muss, diskutiert, ob sie, wie ich das finde, nicht lieber den Begriff wieder auf seine ursprüngliche Bedeutung „viele Kulturen“ zurückbringen wolle. Sie hat natürlich nur gekotzt, weil die Realität ihrer Ansicht nach weit davon entfernt ist, auch nur in die Nähe einer menschenfreundlichen, ich würde es gutmenschlichen Situation nennen, zu kommen. Ich sehe es pragmatisch: Multikulti ist ganz einfach Fakt, schon sehr sehr lange. Dass manche Leute so und manche Leute so sind, hat oft Gründe. Wen man beleidigt, dem sollte man nicht hinterher noch vorwerfen, dass sie (gutmenschliches Gendermainstreaming, ab sofort ohne Anmerkung) sich nicht willkommen fühlt. UPDATE: Der Begriff „Multikulti“ ist nicht der beste, ich wurde aufgeklärt. Siehe Kommentare. Und Danke an die Aufklärer.

Also, nach ca. 500 Debatten muss man offenbar bei manchen noch mal ganz von vorne anfangen: Das Christentum ist nicht deutsch. Es ist eingewandert. Es hat sich nicht an die deutsche Leitkultur angepasst, die da damals hieß „Mit der Linken Bären erwürgen und dann roh verschlingen, mit der Rechten Höhlengraffiti Schmierereien an schwäbische Albhöhlen anbringen. Und den ganzen Tag im Internet Wald rumhängen.“ Als die Schrift erfunden wurde, hat man auch geheult, dass die Leute nun nicht mehr genug auswendig lernen. Kultur heißt Veränderung und niemals hat sich Kultur nur aus sich heraus irgendwohin bewegt. Das waren immer Einflüsse von außen, ihr scheiß beschränkten Vollpfosten. Eure angeblich christlich-jüdische Tradition unseres Gemeinwesens hat man ja in Auschwitz, Verdun, Winnenden, beim Sturm auf Jerusalem im 12. Jahrhundert, im Kolonialismus und im 30jährigen Krieg sehen können. Brot ist auch nicht deutsch. Küssen ist nicht deutsch und dieser Hauch von Pestilenz, der aus euren angstverzerrten Arschgesichtern strömt, der ist auch nicht original deutsch. Der ist aus eurem Darm. Und der scheißt auf euren Pass, dem ist nur wichtig, dass genug zu verdauen reinkommt.

Und jahaa, auch Türken hier geborene Passausländer Araber aus dem Maschrek Menschen mit Migrationshintergrund sind keine per se besseren Menschen. Sie können genauso auch ihre Frauen schlagen, Schwule hassen, ihre Kinder nicht liebevoll erziehen oder sonstwas tun, genau wie das alle anderen machen. Aber wieso heißt ein Mord mal Familiendrama und mal Ehrenmord? Wir als Gutmenschen beurteilen Menschen nach ihrem Verhalten und nach nichts sonst. Niemand ist einfach so besser oder schlechter, außer sie ist besser oder schlechter.

Und an die Herrenmenschen: Ihr dürft euch nicht nur ficken, ihr müsst das tun, das drückt eventuell die Scheiße aus eurem Unterdruckhirn.

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